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ReNeo

ReNeo implementiert das Neo-Tastaturlayout und seine Verwandten (Bone, NeoQwertz usw.) für Windows. Es eignet sich zum Ausprobieren, für die kurzfristige Nutzung an fremden Rechnern, aber auch zur dauerhaften Installation ohne Administratorrechte. ReNeo kann dabei in zwei Varianten genutzt werden:

  1. Im Standalone-Modus ersetzt ReNeo alle Tastendrücke des nativen Layouts (in der Regel Qwertz) durch das gewünschte Neo-Layout. Dafür muss zum Systemstart nur die reneo.exe ausgeführt werden.
  2. Im Erweiterungsmodus installiert man zusätzlich den nativen Neo-Treiber kbdneo bzw. dessen Varianten für Bone oder NeoQwertz. ReNeo ergänzt dann automatisch alle Funktionen, die nativ nicht umsetzbar sind (Capslock, Steuertasten auf Ebene 4, Compose, bessere Kompatibilität mit bestimmten Programmen, usw.).

Installation

  • ReNeo herunterladen (oder hier) und in ein Verzeichnis mit Schreibrechten entpacken (z.B. C:\Users\[USER]\ReNeo).
  • (optional) config.json nach eigenen Wünschen anpassen
  • reneo.exe starten oder zum Autostart hinzufügen. Über das Trayicon kann das Programm deaktiviert und beendet werden.

kbdneo kann nachträglich installiert werden, ohne dass Einstellungen geändert werden müssen.

Deinstallation

Es genügt, das ReNeo-Verzeichnis zu löschen und ggf. das Programm aus dem Autostart zu entfernen.

Funktionen

Allgemein

  • Unterstützt von Haus aus die folgenden Neo-basierten Layouts: Neo, Bone, NeoQwertz, AdNW, KOY, Mine
    • ein Wechsel zwischen diesen Layouts erfolgt über das Traymenü
    • weitere Layouts können in layouts.json (siehe Layouts anpassen) hinzugefügt und/oder angepasst werden
  • Alle Zeichen von toten Tasten und Compose-Sequenzen im Linux-kompatiblen Format. Diese sind auch durch den Nutzer erweiterbar. Beim Start werden alle .module-Dateien im Verzeichnis compose/ geladen.
  • Capslock (beide Shift-Tasten) und Mod4-Lock (beide Mod4-Tasten)
  • Shift+Pause (de-)aktiviert ReNeo
  • Bildschirmtastatur: Wird über Traymenü ein- und ausgeschaltet, oder per Shortcut Mod3+F1. Die Anzeige wechselt zwischen den Ebenen, wenn Modifier gedrückt werden.

Als Erweiterung zum nativen Treiber

  • Steuertasten auf Ebene 4
  • Wird das native Layout als Neo-verwandt erkannt (kbdneo.dll, kbdbone.dll, kbdgr2.dll), schaltet ReNeo automatisch in den Erweiterungsmodus. Das Umschalten zwischen nativen Layouts über die Windows-Einstellungen ist ganz normal möglich.
  • Verbesserte Kompatibilität mit Qt- und GTK-Anwendungen. Workaround für diesen Bug.
  • Compose-Taste Mod3+Tab sendet keinen (zusätzlichen) Tab mehr an die Anwendung. Workaround für diesen Bug.

Bildschirmtastatur

Mit der Tastenkombination Mod3+F1 erhält man eine graphische Zusammenfassung der Neo-Tastatur. Sie erleichtert das Finden eines noch nicht so vertrauten Zeichens und hilft zudem beim Erlernen des Blindschreibens, da der Blick auf den Bildschirm und nicht auf die Tastatur gerichtet ist. Werden während der Anzeige der Tastatur verschiedene Modifier (Shift, Mod3, Mod4) oder Kombinationen gedrückt, so springt die Abbildung automatisch in die entsprechende Ebene.

image

Die Bildschirmtastatur ist halbtransparent und kann am linken oder rechten Rand angefasst und vergrößert oder verkleinert werden. Hält man sie an einer beliebigen Taste fest, lässt sie sich frei auf dem Bildschirm verschieben. Sie kann durch erneutes Drücken von Mod3+F1 beendet werden.

Konfiguration

ReNeo kann mit zwei Konfigurationsdateien angepasst werden.

Die Datei config.json hat folgende Optionen:

  • standaloneMode:

    • true (Standard): Das native Layout (z. B. QWERTZ) wird von ReNeo mit dem ausgewählten Neo-Layout ersetzt.

      Hinweis

      Ist das native Layout bereits Neo-verwandt (wie kbdneo), verändert ReNeo das Layout nicht und schaltet stattdessen automatisch in den Erweiterungsmodus.

    • false: Ist das native Layout Neo-verwandt, schaltet ReNeo in den Erweiterungsmodus. Bei allen anderen Layouts deaktiviert sich ReNeo automatisch.

  • standaloneLayout: Das Layout, das für den Standalone-Modus genutzt werden soll. Dies lässt sich auch über das Traymenü auswählen, unter allen Layouts, in die layouts.json definiert sind.

  • oskNumpad: Soll das Numpad in der Bildschirmtastatur angezeigt werden?
  • sendKeyMode:
    • fakeNative (Standard): Buchstaben und Sonderzeichen, die im nativen Layout existieren, werden über entsprechende Tastenanschläge und -kombinationen simuliert. So sieht es für Anwendungen aus, als ob das native Layout ganz normal verwendet wird.
    • honest: Sonderzeichen werden grundsätzlich als Unicode-Pakete gesendet.

      Experimentell

      Diese Einstellung ist experimentell und nicht empfohlen. Es können falsche oder auch gar keine Zeichen bei einigen Anwendungen ankommen. Nur verwenden, wenn man weiß, was man tut.

Für Fortgeschrittene und Bastler

Hinweis

Die nachfolgenden Abschnitte sind nicht notwendig zur Verwendung von ReNeo. Sie sind dann von Interesse, wenn man Layouts nach eigenen Wünschen detailliert anpassen oder komplett eigene Layouts erstellen möchte.

Layouts anpassen

In layouts.json können Layouts angepasst und hinzugefügt werden. Jeder Eintrag besitzt folgende Parameter:

  • name: Name des Layouts, so wie er im Menü angezeigt wird.
  • dllName (optional): Name der zugehörigen nativen Treiber-DLL. Existiert diese nicht, kann der Parameter weggelassen werden.
  • modifiers: Scancodes der Modifier Shift, Mod3 und Mod4 (links und rechts). Mit + am Ende wird das Extended-Bit gesetzt, zum Beispiel 36+ für die rechte Shift-Taste.
  • capslockableKeys: Array von Scancodes, die von Capslock beeinflusst werden sollen. Typischerweise sind das alle Buchstaben, inklusive „äöüß“.
  • map: Das tatsächliche Layout in Form von Arrays mit sechs Elementen (für die sechs Ebenen) für jeden Scancode. Jeder Eintrag enthält dabei
    • keysym: X11-Keysym der Taste, entweder aus keysymdef.h oder in der Form U1234 für Unicode-Zeichen. Wird für Compose benutzt.
    • Entweder vk: Windows Virtual Key aus dem Enum VKEY in mapping.d. Nur genutzt für Steuertasten.
    • Oder char: Unicode-Zeichen, das mit der Taste erzeugt werden soll.
  • label (optional): Beschriftung für die Bildschirmtastatur. Als Fallback wird der Wert von char genutzt.

Zum Erstellen neuer Layouts hat sich folgender Arbeitsablauf bewährt:

  1. Bestehendes Layout kopieren und neuen Namen eintragen
  2. Die Zeilen der Buchstabentasten (also ab Scancode 0C) neu ordnen, sodass diese auf der Tastatur von oben links nach unten rechts gelesen in der richtigen Reihenfolge sind.
  3. Mit Blockauswahl die Scancodes eines bestehenden Layouts kopieren, und die (jetzt falsch geordneten) Scancodes des neuen Layouts überschreiben.
  4. Mit Blockauswahl Ebenen 3 und 4 eines bestehenden Layouts kopieren, und Ebenen 3 und 4 des neuen Layouts überschreiben.
  5. modifiers und capslockableKeys ggf. anpassen

So bleiben Ebenen 3 und 4 an der richtigen Stelle, und die anderen Ebenen werden nach der neuen Buchstabenanordnung permutiert.

Compose

ReNeo lädt beim Start automatisch alle Compose-Sequenzen, die sich im Verzeichnis compose/ neben der .exe-Datei befinden. Das Format entspricht dem unter Linux üblichen Format von XCompose. Neben den .module-Dateien gibt es auch .remove-Dateien. Deren Inhalt löscht eine identische Definition, was notwendig ist, falls mehrere Module-Dateien dieselbe Tastenkombination unterschiedlich belegen wollen. Die Dateien können nach Belieben verändert sowie neue Dateien hinzugefügt werden.

Mehr Information über tote Tasten und Compose-Sequnzen gibt es hier.

Für Entwickler

Aktuelle Angaben zur Mitarbeit am Projekt finden sich auf der offiziellen Projektseite.